Was ist ein IP-Telefon?

Ein IP-Telefon, auch als VoIP-Telefon bekannt, sieht auf den ersten Blick wie ein herkömmliches Telefon aus. Anders als dieses wird es aber nicht mit der herkömmlichen Telefonleitung verbunden, sondern mit einem Netzwerk oder dem Internet. Dazu verfügt es über einen Netzwerkanschluss, meist in Form einer RJ-45-Buchse.
IP Telefon
Die Sprache wird von einem IP-Telefon in digitale Datenpakete umgewandelt, die dann über das Netzwerk versandt werden. So sind Gespräche mit anderen IP-Telefonen im selben Netzwerk oder über das Internet möglich. Mit der Hilfe eines VoIP-Gateways oder VoIP-Providers können aber auch Anrufe auf normale Telefone über das normale Telefonnetz ausgeführt werden.

Unterschiede zum herkömmlichen Telefon

Von einem herkömmlichen Telefon unterscheidet sich ein IP-Telefon nicht nur durch den Netzwerkanschluss, sondern meist auch durch den eingebauten Bildschirm. Über diesen hat man Zugang zu diversen VoIP-Funktionen wie Sofortnachrichten oder Anrufbeantworter. Man sollte also beim Kauf darauf achten, dass das Gerät die gewünschten Funktionen beherrscht, da nicht alle Geräte alle Funktionen bieten.
Auch herkömmliche Telefone können als IP-Telefon eingesetzt werden. Dazu benötigt man lediglich einen Adapter, der das analoge Signal in ein digitales umwandeln kann und zurück von digital in analog. Allerdings kann man so lediglich die digitale Telefonie nutzen. Alle anderen Funktionen, die die digitale Telefonie mit sich bringt, kann man ohne ein modernes IP-Telefon nicht nutzen.

Formen von IP-Telefonen

Neben den IP-Telefonen, die einem klassischen Telefon mit kleinem Bildschirm nachempfunden sind, gibt es auch ganz andere Modelle. Manche haben mehr mit einem Tablet oder einem Mobiltelefon gemein. Oftmals verwenden diese sogar Android oder iOS als Betriebssystem. Damit hat man bei diesen Geräten auch die Möglichkeit, Apps zu installieren.
Es gibt auch IP-Telefone für spezifische Anwendungen. Ein Beispiel sind Telekonferenzgeräte, die sich heute in den meisten Sitzungszimmern finden. Ein anderes Beispiel sind die Telepräsenzgeräte. Sie gleichen mehr einem kleinen Fernsehstudio mit Kameras, Mikrofonen und Bildschirmen als einem klassischen Telefon. Sie werden verwendet, um virtuell an Konferenzen oder Sitzungen teilzunehmen.

Funktionen von IP-Telefonen

Neben der Telefonie bieten die meisten IP-Telefone zahlreiche weitere Funktionen. Der Funktionsumfang unterscheidet sich von Gerät zu Gerät stark, üblich sind aber zum Beispiel Anrufbeantworter, Warteschleifen, Sofortnachrichten und Telefonbücher. Es gibt aber auch Geräte, die Video- oder Bildübertragung unterstützen. Allerdings müssen die Geräte der Gegenseite diese Funktion auch unterstützen.
Die meisten Funktionen setzen ein entsprechendes Netzwerk voraus, um verwendet zu werden. Bietet ein IP-Telefon zum Beispiel eine netzwerkgestützte Telefonbuchfunktion, wird ein solches vom Unternehmen aber nicht zur Verfügung gestellt, dann ist die Funktion nutzlos. Man sollte aus diesem Grund vor der Anschaffung eines IP-Telefons abklären, welche Funktionen vom Firmennetzwerk unterstützt werden und welche die Kollegen verwenden.

Konnektivität von IP-Telefonen

Wichtigster Anschuss eines IP-Telefons ist der Netzwerkanschluss. Dieser dient nicht nur der Kommunikation, dank des Power over Ethernet(POE) Standards kann das IP-Telefon über eine kabelgebundene Netzwerkverbindung auch Strom beziehen, sodass keine weiteren Anschlüsse nötig sind. Kommuniziert das IP-Telefon über einen drahtlosen Netzwerkstandard oder ein Netzwerk ohne POE, ist eine zusätzliche Stromversorgung nötig.
Manche IP-Telefone sind in der Lage, Bluetooth-Verbindungen aufzubauen. Darüber können kabellose Komponenten wie Headsets verbunden werden, die die Benutzung des IP-Telefons bequemer machen können. Viele Geräte verfügen außerdem über einen sogenannten Ethernet Pass-through. Über diesen können andere Geräte wie Computer oder Drucker ins Netzwerk eingebunden werden, ohne dass man dazu eine eigene Netzwerkbuchse benötigt.

Das richtige IP-Telefon

So zahlreich wie die Funktionen von VoIP ist auch die Auswahl an IP-Telefonen. Das richtige IP-Telefon für jeden gibt es nicht, wohl aber für jeden das richtige IP-Telefon. Um dieses zu finden, sollte man sich seinen Bedürfnissen bewusst sein. So kann man ein IP-Telefon finden, das alle benötigten Funktionen bietet.
Als Kommunikationsprotokoll hat sich das Session Initiation Protocol (SIP) in den letzten Jahren zum Quasi-Standard entwickelt. Ein neues IP-Telefon sollte dieses unterstützen. Wer sein IP-Telefon in einem Unternehmen einsetzen möchte, sollte vor der Anschaffung abklären, welches Kommunikationsprotokoll für das interne Telefonnetz verwendet wird. So kann man sicherstellen, dass das neue IP-Telefon auch kompatibel ist.

Was ist IP-Telefonie?

IP-Telefonie steht für Internet-Protokoll-Telefonie. Mit diesem sehr allgemeinen Begriff werden alle Arten der Telefonie, also auch das Versenden von Faxen oder Videotelefonie, bezeichnet, sobald sie über eine Datenverbindung laufen. Damit dient der Begriff zur Abgrenzung von der klassischen Telefonie, die über ein speziell dafür angelegtes Telefonnetz stattfindet.
Weil die IP-Telefonie nicht mehr auf eine klassische Telefonleitung angewiesen ist, ist die Auswahl an Anbietern viel größer geworden. Zum einen sind die traditionellen Telekommunikationsanbieter in dieses Geschäft eingestiegen, zum anderen haben aber auch viele Internetprovider und Kabelfernsehanbieter das Potential erkannt und bieten eigene Angebote. Weiter wird der Markt von vielen Start-ups belebt.
IP telefonie

Breites Angebot

Anders als die klassische Telefonie ist die IP-Telefonie in den meisten Ländern kaum reguliert. Für den Anwender bietet dies viele Vorteile, denn weniger Regulierung bedeutet für sie mehr Anbieter und somit bessere Preise. Wer mit dem Service oder der Preisgestaltung eines Anbieters nicht zufrieden ist, der findet in der Regel schnell einen alternativen Anbieter.
Damit die Angebote der unterschiedlichen Anbieter miteinander kompatibel werden, wird unter dem Begriff VoIP von vielen Anbietern eine Standardisierung ihrer Technologien angestrebt. Allerdings gibt es noch immer viele Anbieter, die mit ihrem eigenen Standard auf den Markt drängen. Aus diesem Grund funktionieren die meisten IP-Telefonieangebote auch heute noch nur dann, wenn beide Seiten dieselbe Software verwenden.

Wie funktioniert IP-Telefonie?

IP-Telefonie wird auch VoIP (Voice over Internet Protocol) genannt. Viele Menschen nutzen heute diese Technologie, aber nur wenige wissen, wie sie funktioniert. Unter Telefonie versteht man eine Technologie, die zur Übertragung der menschlichen Stimme dient. IP-Telefonie ist eine neuere Entwicklung, die es dem Nutzer erlaubt, kostengünstigere Ferngespräche zu führen.
Die Qualität der über das IP (Internet Protocol) übertragenen Stimme ist genauso gut wie bei herkömmlichen Telefonaten. Allerdings nutzt diese Technologie den Breitband-Internet-Zugang des Nutzers für die Stimmübertragung. Neben einer Internetverbindung wird für die IP-Telefonie ein Endgerät benötigt, das diese Technologie unterstützt. Hier erklären wir diese Technologie, ihre verschiedenen Typen und deren Vor- und Nachteile.

Welche Netzwerke nutzt die IP-Telefonie?

In der IP-Telefonie werden zwei Arten von öffentlichen Telefonnetzen genutzt, die zu dem sogenannten PSTN (Public Switched Telephone Network) gehören. Das PSTN ist ein öffentliches Telefonnetz und stellt einen Großteil der Infrastruktur für Fernkommunikationen über das Internet bereit. Es wird von Internetanbietern für Ferngespräche über VoIP (Voice over Internet Protocol) eingesetzt.
Die zwei Arten von PSTN-Netzwerken, die für VoIP (Voice over Internet Protocol) oder IP-Telefonie verwendet werden, sind das Zugangsnummern-Netz und das Direktdurchwahl-Netz. Wer über das Zugangsnummern-Netz mit einer Person Kontakt aufnehmen will, muss die Nebenstellennummer des Empfängers eingeben. Wird der Anruf über das Direktdurchwahl-Netz getätigt, so genügt eine herkömmliche Telefonnummer.

IP – Internet Protocol

IP-Telefonie nutzt das Internetprotokoll für die Stimmübertragung. Ein Protokoll ist ein Satz von Regeln, der bei jeder Internetkommunikation erfolgt. Das Internetprotokoll ist eine Methode zum Senden von Daten und Sprache über das Internet, die in Verbindung mit dem Transmission Control Protocol (TCP) arbeitet und daher auch als TCP / IP bekannt ist.
Das Internetprotokoll teilt die zu übertragenden Daten in Pakete ein. Jedes Endgerät hat seine eigene IP-Adresse, die beim Übertragen der Kommunikation in jedem Paket enthalten ist. Die Pakete werden zunächst zum Gateway-Computer gesendet, der diese an die Empfängeradresse weitersendet. Das Internetprotokoll sendet Pakete in beliebiger Reihenfolge. Das Transmission-Control-Protokoll stellt sicher, dass sie in der richtigen Reihenfolge ankommen.

IP-Telefonie per Computer

Die bequemste Art der IP-Telefonie ist die Kommunikation von Computer zu Computer. Diese Art der IP-Telefonie ist kostenlos und die Entfernung spielt daher keine Rolle. Die einzigen anfallenden Kosten sind die Internetgebühren, die für die Datenübertragung anfallen. Hat man ein Internetpaket mit unbegrenzten Daten, so fallen keine zusätzlichen Kosten an.

Mit IP-Telefonie ist es ebenfalls möglich, eine Verbindung zwischen einem Computer und einem Telefon herzustellen, vorausgesetzt das Telefon unterstützt die Technologie. Dabei wird die Software verwendet, die auf dem Computers eingerichtet ist. Bei einem IP-Telefonat vom Computer zum Telefon wird der Anruf im Gegensatz zu Kommunikationen vom Computer zum Computer mit geringen Gebühren belastet.

IP-Telefonie per Telefon

IP-Telefonate können per Telefon an einen Computer getätigt werden. Dabei muss das Telefon allerdings mit einer entsprechenden Telefonkarte ausgerüstet sein. Außerdem muss der Empfänger auf seinem Computer die nötige Software installiert haben. Obwohl für die Telefonkarte gewisse Kosten anfallen, sind Telefonanrufe über IP-Telefonie weitaus günstiger, als über herkömmliche Telefonverbindungen.
Die IP-Telefonie zwischen zwei Telefonen ist zwar ebenfalls möglich, ist allerdings weniger beliebt als andere Methoden, da bei dieser Kommunikationsart die anfallenden Kosten höher sind. Andererseits werden Smartphones, die ja bereits über einen Internetanschluss verfügen, mittlerweile von vielen Menschen für die IP-Telefonie genutzt. Hierfür wird nur eine entsprechende App benötigt, die man vom App-Store herunterladen kann.

Vorteile der IP-Telefonie

Ein wesentlicher Vorteil der IP-Telefonie ist die Tatsache, dass die Kosten wesentlich geringer sind, als bei herkömmlichen Telefonanrufen. Dies zahlt sich besonders bei Ferngesprächen ins Ausland aus, die im Festnetz sehr teuer werden können. Auch andere Dienste, wie Anrufweiterleitung, Webkonferenzen und Videoanrufe, sind mit dieser Technologie wesentlich günstiger.
Die IP-Telefonie ist eine mobile und sehr bequeme Art der Kommunikation. Es werden keine festen Netzwerke benötigt und sofern man über eine Internetverbindung und einen Computer oder ein Smartphone verfügt, kann man überall auf der Welt einen Anruf tätigen. Weil dasselbe Netzwerk für die Übertragung von Sprache und Daten verwendet wird, sind auch Videoanrufe einfach auszuführen.
Der Siegeszug der IP-Telefonie hat auch die Welt der Telefonieanbieter umgekrempelt. War diese früher streng reglementiert und stand nur ein Anbieter zur Verfügung, so hat man heute sogar als Privatperson oder kleines Unternehmen die Wahl zwischen vielen verschiedenen Anbietern. Dies hat auch die Preise stark unter Druck gebracht. Heute sind sogar internationale Telefonate relativ günstig.

Der Siegeszug der IP-Telefonie

Besonders dank den immer schneller werdenden Internetverbindungen verbreite sich die IP-Telefonie seit dem Jahr 2000 immer mehr. Damals waren es bescheidene drei Prozent der Telefonanrufe, die über dieses System stattfanden, drei Jahre später waren es schon 25 Prozent. Heute finden der Großteil der Telefonanrufe über IP-Telefonie statt.
In den folgenden Jahren sollten viele Firmen ihre eigenen Programme für die Internettelefonie entwickeln. 1998 kamen dann Systeme auf den Markt, welche Telefonanrufe von Computern zu klassischen Telefonen und umgekehrt ermöglichten. Sie wurden in der Anfangszeit primär verwendet, um internationale Telefonate zu günstigen Preisen anzubieten, denn Ferngespräche und internationale Telefonate waren damals noch sehr teuer.

Die Anfänge der IP-Telefonie

Erste ernsthafte Versuche, Sprache über das Internet Protokoll zu übertragen, wurden 1995 von der israelischen Firma Vocaltec gemacht. Sie entwickelte das Programm InternetPhone, das Telefongespräche von Computer zu Computer über das Internet ermöglichte. Dazu benötigten beide Computer die Software von Vocaltec und eine relativ schnelle Internetverbindung, was damals noch eine Seltenheit war.
Ebenfalls in den 1970er-Jahren wurde eine weitere Technologie, das Internet Protokoll (IP), entwickelt. Es sollte später maßgeblich zur Verbreitung des Internets beitragen und auch zu einem ernsthaften Konkurrenten der klassischen Telefonie werden. Außerdem begann in dieser Dekade auch die Mobiltelefonie Fuß zu fassen. Diese beiden Technologien haben die analoge Telefonie und ISDN heute fast vollständig verdrängt.

Der lange Weg zur Digitalisierung

Die Digitalisierung der Telefonie begann in Deutschland 1979, als die Deutsche Bundespost die Einführung von ISDN beschoss. Es sollte dann aber noch acht Jahre dauern, bis die ersten digitalen Anschlüsse existierten, und ganze vierzehn Jahre, bis dieses Angebot flächendeckend verfügbar war. Auch danach konnte sich ISDN aber nicht wirklich durchsetzen.
Die grundlegende Technologie sollte sich viele Jahre unverändert halten. Zwar kamen in den 1940er-Jahren elektronische Schaltsysteme hinzu, die Sprache wurde aber auch weiterhin als elektrisches Signal über ein Kupferkabel übertragen. Und obwohl seit den späten 1960er-Jahren Versuche unternommen wurden, Sprache digital zu übertragen, sollte sich die analoge Telefonie noch etliche Jahrzehnte halten.

Die Geschichte der IP-Telefonie

Die Geschichte der Telefonie begann im ausgehenden 19. Jahrhundert. Alexander Bell ließ 1876 das erste Telefon patentieren, das Sprache über ein Kupferkabel übertrug. Diese Erfindung sollte sich schon bald großer Beliebtheit erfreuen. Schon wenige Jahre später durchzogen Kupferkabel die Kontinente. Jeder, der etwas auf sich hielt, holte ein Telefon in den eigenen Haushalt.