Was Sie über Vodafone wissen sollten

Wenn wir uns das Unternehmen Vodafone anschauen, können wir von den Anfängen bis jetzt auf eine bemerkenswerte und ereignisreiche Historie zurückblicken. Sie beginnt 1990 mit der Gründung des Mannesmann Mobilfunk. Im darauffolgenden Jahr startete der Dienstleister als der erste Mobilfunk-Provider mit dem D2-Netz. Gleich 1991 fand auf der CeBIT der erste Messeauftritt statt. Aufgrund der Nachfrage nach mobiler Telefonie stellte der Mobilfunkbetreiber 1992 an die 1.000 Mitarbeiter ein und startete im Juni des gleichen Jahres noch vor D1 mit dem kommerziellen Netzbetrieb.

Bereits 1993 deckte das D2-Netz über achtzig Prozent der Fläche in Deutschland ab und es telefonierten etwa 500.000 Mobilfunkkunden über D2. In den nachfolgenden Jahren hatte der Anbieter weiterhin die Nase vorn. So gab es 1995 den ersten Privatkundentarif mit etwa 1,45 Millionen Nutzern. Im weiteren Verlauf kamen der Kurznachrichtendienst SMS, die Prepaid-Tarife und das Hochgeschwindigkeitsnetz UMTS.

Feindliche Übernahme der Vodafone Group

Im Jahr 2000 hatte der damalige Vodafone-Chef im Zuge einer feindlichen Übernahme ein Übernahmeangebot für Mannesmann abgegeben. Für eine Summe von etwa 180 Milliarden vereinnahmte die Vodafone-Group das deutsche Unternehmen. Kein Wunder, dass der Zorn der Öffentlichkeit darüber groß war. Jedoch hat die Übernahme dem Unternehmen nicht geschadet, denn die Kundenzahlen stiegen weiter und das waren 2001 bereits mehr als zwanzig Millionen. Als Nächstes wurden Handy-Spiele zum Download und die Datenkommunikation via GRPS herausgebracht.

Aus D2 wird Vodafone

Das Unternehmen steuerte weiter auf Erfolgskurs und mit MMS wurde das Versenden von Fotos möglich. 2003 entstand die Kabel Deutschland Gruppe und damit hatte das Unternehmen auch im TV-Bereich einen Fuß in der Tür. Daneben startete der Provider mit einem innovativen Produkt zum günstigen Telefonieren. Und mit UMTS ließen sich mobile Daten mit einer immensen ISDN-Geschwindigkeit übertragen. 2008 wurde die Vodafone Group um den Anbieter Arcor erweitert.

Vodafone Angebote für Privatkunden

Gleich, ob Mobilfunk, Festnetz, Internet oder TV — der Provider hat es im Repertoire. Kunden kommen dadurch in den Vorzug von Kombi-Angeboten, nach dem Motto „kombiniere und spare dabei“. Für den privaten Nutzer bedeutet dies, alles aus einer Hand und meist in Kombination. Ob Vertrag mit Smartphone oder ohne, ob Prepaid-Tarife oder Junge Leute-Tarife, der Mobilfunkbetreiber stellt individuelle Tarife bereit. Daneben können Nutzer von superschnellem Internet und Telefon-Offerten für daheim und unterwegs nebst lukrativen TV-Angeboten profitieren.

Vodafone Angebote für Geschäftskunden

Im Geschäftskundenbereich offeriert der Dienstleister auf verschiedene Unternehmensansprüche zugeschnittene Lösungen. Wie etwa Mobilfunk für Geschäftskunden, Internet mit Festnetz kombiniert sowie Sprachtelefonie über das Fest- oder das Mobilnetz, Videokonferenzen, E-Mails oder Chats.

Mit dem Cloud- und Hostingservice offeriert der Anbieter eine flexible und skalierbare Anwendung, die viele Anforderungen eines Unternehmens abdecken kann. Firmen bekommen damit Cloud-Leistungen als Komplettlösung. Vorteile sind hierbei individuelle Lösungen, hohe Sicherheit und ein leistungsstarkes Netz. Mit dem „Internet der Dinge — Internet of Things“ erhalten Unternehmen die Möglichkeit verschiedene Dinge zu vernetzen wie etwa Maschinen oder Gegenstände.

Mit Sensoren ausgerüstet können diese miteinander kommunizieren. Die Datenübertragung erfolgt hierbei automatisiert. Cloud-Lösungen bieten für Unternehmen verbrauchsaktuelle Planung und Abrechnung sowie das Verwalten von Terminen oder das Abrufen von E-Mails. Die Cloud kann nicht alles, aber vieles, was noch vor Jahren undenkbar war. Je nach Bedarf können Geschäftskunden maßgeschneiderte Patentrezepte erhalten. Der Geschäftsmann profitiert von Flexibilität, effizienten Kosten und effektive Kommunikationen.

Vodafone telefonanlagen

Alleinstellung am Markt

Seit einiger Zeit ist der geplante millionenschwere Handel mit dem US-Kabelnetzbetreibers Liberty Global allgemein bekannt. Vodafone beabsichtigt den Kauf eines großen Anteil von Liberty Global. Davon sind nicht nur Deutschland, sondern auch Ungarn, Rumänien und Tschechien betroffen. Bei diesem Deal wird nur noch auf die Genehmigung der Kartellbehörden, die Mitte 2019 erlassen werden soll, gewartet. Vodafone wäre damit in der Lage, das ganze deutsche Netz in seinen Besitz zu bringen.

Das komplette Kabelnetz liegt ja bereits in den Händen von Kabel Deutschland. Mit der Übernahme von Unitymedia sollen alle Bundesländer abgedeckt werden und Vodafone könnte das Kabelnetz in Deutschland ausnahmslos kontrollieren. Der Provider hat die Absicht, sich nicht nur den Liberty Global Konzern einzuverleiben, sondern auch Unitymedia aus Köln sowie weitere Netze in Osteuropa. Dass dies dem Riesen Telekom nicht schmeckt, kann man sich denken.

Vodafones Versprechen

Vodafone beteuert, das Internet noch schneller zu machen und die Ausdehnung vom Hochgeschwindigkeitsinternet in Deutschland voranzutreiben. Die Vorteile für den Nutzer wären zum einen blitzschnelle sowie bezahlbare Gigabit-Anschlüsse. Anderseits könnte dieses Alleinmonopol des Mobilfunkgiganten gefährlich sein und für den Verbraucher unangenehme Auswirkungen haben. Schon seit längerem warnen Gegner vor einer Alleinherrschaft. Wieder andere Stimmen sind der Meinung, dass eine Übernahme dienlich für den Wettbewerb sein könnte.

Vodafone fordert die Telekom heraus

Das offensive Auftreten gegen die Deutsche Telekom in deren Absatzgebiet schmeckt dem Telefon-Riesen natürlich nicht. Denn wahrscheinlich würde der Telekom-Bereich damit zusammenbrechen oder sich zumindest drastisch verändern. Zunehmend sind ebenso deutsche Fernsehsender nervös, weil sie mit der Übernahme noch mehr von Vodafone abhängig sind. Ob sich der versprochene Speed, den Vodafone verspricht, auf das große Ganze auszahlt, kann keiner genau wissen.

Der große Sprung nach vorn: Vodafone und Unitymedia haben vor bis 2022 das Netz auf eine Art nachzurüsten, dass Internetkunden in nahezu „Schallgeschwindigkeit“ bis zu einen Gigabit Daten pro Sekunde Downloaden können. Die Welt der „Internet der Dinge“ wird noch sehr spannend.